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Seminar für die PGA Aus- und Fortbildung im Kölner Golfclub, 26./27.09.2016


Vielen Dank an alle Teilnehmer unseres Seminars „Lernen von den Tour-Professionals“, das wir am 26. und 27.9.2016 im Kölner Golfclub im Rahmen der PGA Aus- und Fortbildung durchgeführt haben.
Uns hat es sehr viel Spaß gemacht, über das große Interesse der Teilnehmer haben wir uns sehr gefreut. Auf Grund des positiven Feedbacks möchten wir hier einen kurzen Überblick über unsere Thesen geben.

Was können Tourspieler besser?
Das Anforderungsprofil und Leben eines Tourspielers unterscheidet sich in vielerlei Hinsicht von einem Spitzenamateur. Wir sind überzeugt, dass es keine Blaupause für den Weg auf die Tour gibt. Und es ist auch nicht so, dass wenn man einen erfolgreichen Tourprofi neben einem Topamateur auf der Range sieht, der Unterschied offensichtlich wäre. Vielmehr ist es so, dass viele kleine Dinge dazu beitragen, dass der Tourspieler auf einem höheren Leistungsniveau spielt. Neben den mentalen Fähigkeiten sehen wir Unterschiede, speziell in den folgenden Bereichen:

Training
Coursemanagement
Kurzes Spiel
Wedgen
Putten
Langes Spiel

Training:
Der Hauptunterschied liegt wohl darin, dass Tourspieler einen professionelleren Ansatz im Training verfolgen. So wie Annika Sorenstam gesagt hat: „I have always practiced with a purpose”, haben die erfolgreichen Tourspieler eine klare Absicht für jede Trainingseinheit. Das Training ist ausschließlich deliberate (reflektierend). Ein weiterer Punkt ist eine klare Strukturierung des Trainings in (trainingswissenschaftlich ausgedrückt)  Block-, Anwendungs- und Einmaligkeitstraining. Wobei das Blocktraining dazu dient den “Nullpunkt”, also die persönlichen Ausgangsparameter, immer wieder zu kalibrieren, das Anwendungstraining dazu da ist, zu differenzieren und Lösungen zu erarbeiten. Im Einmaligkeitstraining wird die Turniersituation simuliert und Abläufe trainiert und stabilisiert.

Coursemanagement:
Den Platz richtig einzuteilen, gelingt dem Tourspieler noch besser. Er ist in der Lage seine Chancen auf einem Platz zu erkennen und seinen Plan für den Platz so aufzubauen, dass er mit relativ wenig Aufwand Fehler vermeidet und gleichzeitig einen klaren Plan hat, wo er Birdies mit wenig Risiko spielen kann.
Ein weiterer entscheidender Punkt ist die Disziplin nach Fehlschlägen. Der Tourprofi bringt den Ball wieder zurück ins Spiel, zwei oder mehrere Fehler nacheinander, passieren selten oder nie. Dadurch vermeidet er hohe Scores, die ihn leicht das Turnier kosten können.

Kurzes Spiel:

Die Fähigkeit, Lösungen um die Grüns zu erkennen und technisch in der Lage zu sein diese umzusetzen, ist bei Tourpros noch besser ausgeprägt. Der Schlüssel, um variantenreich um die Grüns zu sein, ist konstanter Ballkontakt. Erst ein immer gleicher Ballkontakt und die dadurch resultierende Spinkontrolle, ermöglicht Kompetenz im kurzen Spiel. Wird der Ball, wenn auch nur leicht, unterschiedlich getroffen, variieren Spin und Höhe, das Ergebnis ist letztlich nur Glück.

Putten:


Beim Putten ist ein Element absolut dominierend: Geschwindigkeit. Tourpros sind besser in der Lage, den Ball mit der richtigen Geschwindigkeit an das Loch zu bringen. Dadurch reduziert er 3 -Putts und mehr Putts gehen ins Loch, unter anderem auch, weil das Lesen der Breaks immer auch mit der richtigen Geschwindigkeit des Balles zusammenhängt. Auch hier ist unserer Meinung nach der Unterschied die Qualität des Ballkontaktes.

Wedgen:


Ein guter Wedgeschlag hat einen flachen Abflugwinkel und Ballflug. Ein Schlag, der bei Tourpros schon immer Standard ist, ist gerade bei jungen Amateuren eher selten zu sehen. Neben Spin bringt diese Technik sowohl Distanz-, wie auch Richtungskontrolle. Spin wird dabei über reduzierten Loft und flachen Eintreffwinkel erzeugt.

Langes Spiel:
Unterschiede im langen Spiel finden sich weniger bei Betrachtung der besten Schläge, als vielmehr bei der Anpassung an die Situation und das Spielen des einfachsten Schlages. Tourspieler versuchen nicht immer den optimalen Schlag in ein Fairway zu spielen, sondern den einfachsten und das im Rahmen einer sinnvollen Risk/Reward-Einschätzung. Gutes Shot-making, also die Fähigkeit Schwunggeschwindigkeit und Spin und damit Höhe und Flugkurve zu differenzieren und diese passend einzusetzen, ist eine der Fähigkeiten, die bei Top-Professionals unserer Meinung nach noch besser ausgeprägt ist.

Herzlichen Dank noch an den Kölner Golflcub. Ihr habt eine tolle Anlage und Eure Unterstützung war großartig.